Neuausrichtung des Vikariats: Ein neuer Ansatz für die pastorale Ausbildung
Im Februar 2025 hat die Kirchenleitung eine grundlegende Neuausrichtung des Vikariats beschlossen, die auf die sich verändernden Anforderungen an die pastorale Ausbildung reagiert.
Das neue Konzept, das am Seminar für pastorale Ausbildung in Wuppertal eingeführt wird, stellt sicher, dass die Ausbildung der angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer nicht nur auf formales Wissen fokussiert, sondern auch auf die Entwicklung einer reflektierten Einstellung zur Rolle im Pfarrdienst.
Anpassung der Ausbildung an neue Anforderungen
Die Anpassung der Ausbildung an die neuen Anforderungen umfasst die Einführung einer Kompetenzmatrix, die die erforderlichen Kompetenzen für das Pfarramt klar definiert.
Dieser Ansatz zielt darauf ab, den Studierenden zu helfen, sich nicht nur theoretisches Wissen anzueignen, sondern auch die praktischen Fähigkeiten zu entwickeln, die in der heutigen Gesellschaft von Bedeutung sind. Die curricularen Bestandteile der Ausbildung werden praxisorientierter gestaltet, um den angehenden Pfarrern die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten in realen Situationen anzuwenden.
Einheitliche Prüfungsordnung und neue Prüfungsfächer
Um eine einheitliche Qualität der Ausbildung zu gewährleisten, wird eine gemeinsame Prüfungsordnung für alle Trägerkirchen eingeführt. Die mündlichen Prüfungen werden sich zunehmend auf die praktischen Erfahrungen der Studierenden konzentrieren, um ihre Fähigkeit zur Reflexion und Anwendung des Gelernten zu prüfen. Ein neues Prüfungsfach, „Pastoraltheologie“, wird ebenfalls eingeführt, um eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Pfarramt zu fördern. Ein individuelles Ausbildungsportfolio wird zur Voraussetzung für die Prüfungen erklärt, was den Studierenden hilft, ihre Fortschritte und erworbenen Kompetenzen systematisch zu dokumentieren.
Dauer des Vorbereitungsdienstes und Kursstruktur
Der Vorbereitungsdienst wird von 30 auf 24 Monate verkürzt, was eine zeitliche Verdichtung der Ausbildung zur Folge hat. Auch die Anzahl der Kurswochen wird von 22 auf 18 gesenkt, und die bisherige „Langzeitphase“ entfällt. Diese Änderungen führen zu häufigeren Wechseln im Vikariatskurs, was den angehenden Pfarrern einen schnelleren Zugang zum Pfarrberuf ermöglicht und die Ausbildung familienfreundlicher gestaltet. Zudem wird der Zugang für besondere Zielgruppen, wie Lehrer und Menschen im „eingeschränkten Dienst“, erleichtert.
Berücksichtigung bereits erworbener Kompetenzen
Die Reform der Vikariatsbildung wird als ein kontinuierlicher Prozess verstanden, der flexibel auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert. Dabei wird auch darauf geachtet, bereits erworbene Kompetenzen der Studierenden zu berücksichtigen, um deren individuellen Werdegang zu unterstützen und die Ausbildung qualitativ angemessen zu gestalten.
Fazit
Zusammenfassend zielt die Neuausrichtung des Vikariats darauf ab, eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Pfarramt zu gewährleisten, die den Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht wird. Durch die Fokussierung auf die Entwicklung praktischer Kompetenzen, die Einführung einheitlicher Prüfungsordnungen und die Berücksichtigung individueller Erfahrungen wird eine zukunftsorientierte und praxisnahe Ausbildung angestrebt.